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Gentechnik: In USA, Brasilien und Argentinien vorn - Europa eher rückläufig

Nach Angaben des ISAAA (International Service for the Acquisition of Agri-Biotech Applications) stieg die Anbaufläche in 2009 weltweit um sieben Prozent von 125 Mio. Hektar auf nunmehr 134 Mio. Hektar an. Damit setzen bereits 14 Mio. Landwirte in 25 Ländern auf die Vorzüge von gentechnisch veränderten Kulturpflanzen.

Was angebaut wird

Die Landwirtschaft greift auf eine wachsende Anzahl gentechnisch veränderten Pflanzensorten mit oftmals schon mehrfach verbesserten Eigenschaften zurück. Neben gentechnisch verändertem Soja, Baumwolle, Mais und Raps wird weltweit auch die gentechnisch veränderte Zuckerrübe im großen Stil angebaut.

Nahezu die Hälfte des Anbaus mit gentechnisch veränderten Pflanzen findet in Entwicklungsländern statt. Die Entwicklungsländer intensivieren daher in die Forschungsarbeit im Bereich der Grünen Gentechnik, während Europa Anbauentscheidung hinauszögert und Deutschland am politischen Anbauverbot des in der EU zugelassenen gentechnisch veränderten Mais festhält.

Wo Gentechnik stark vertreten ist

Auf Rang 1 der Länderliste stehen weiterhin mit weitem Abstand die USA mit 64,0 Millionen Hektar kommerzieller Anbaufläche für Gen- Pflanzen. Es folgen Brasilien (21,4 Millionen Hektar), Argentinien (21,3), Indien (8,4), Kanada (8,2) und China (3,7). In Deutschland wurden nach dem Anbau-Verbot des Gen-Maises Mon 810 im Jahr 2009 keine Gen-Pflanze mehr zu kommerziellen Zwecken gepflanzt. Die weltweit bedeutendsten gentechnisch veränderten Pflanzen sind Soja, Mais, Baumwolle und Raps.

Brasilien hat mit einem Anstieg von 15,8 auf 21,4 Millionen Hektar die Anbaufläche am meisten ausgebaut. Der ISAAA-Bericht hebt jedoch vor allem China hervor, das den Anbau von gentechnisch verändertem Bt-Reis, der gegen Schädlinge resistent ist, und Phytase- Mais für Feldversuche erlaubt habe. Bt-Reis könne den Einsatz von Insektiziden um 80 Prozent verringern und den Ertrag steigern. Phytase-Mais soll besser von Nutztieren verwertet werden als gewöhnlicher Mais. Phosphor werde leichter freigesetzt und beschleunige das Wachstum der Tiere. Reis sei die weltweit bedeutendste Nahrungspflanze für Menschen, Mais die wichtigste Nutzpflanze für Tierfutter.

Zur Situation in der Europäischen Union

Die Anbaufläche für Gen-Mais in der Europäischen Union ist im vergangenen Jahr um rund 10 Prozent zurückgegangen. «Trotz massivster Bemühungen der Gentechnik-Industrie sind weltweit über 90 Prozent der Ackerflächen gentechnikfrei, 99 Prozent aller Bauern arbeiten ohne Gentechnik», sagte Greenpeace- Landwirtschaftsexperte Martin Hofstetter. 85 Prozent der Gen-Pflanzen würden in nur vier Ländern angebaut.

In Spanien, Tschechien, der Slowakei und Rumänien sei der Anbau von Gen-Pflanzen auf dem Rückzug, da höhere Saatgut-Preise, ein unsicherer Absatz der Ernte und Probleme bei der Trennung von konventionellen Pflanzen und Gen-Pflanzen den Anbau unattraktiv machen