Bilanz aus 85 Tests: weniger Pestizide, aber qualitativ nicht immer besser. Biolebensmittel sind nicht automatisch gesünder oder schmackhafter als konventionelle Lebensmittel. Nach den test-Qualtiätsurteilen gibt es im Durchschnitt auch sonst keine qualitativen Unterschiede. Allerdings bietet die Ökokost zwei Vorteile gegenüber der konventionellen: Pestizide kommen selten vor. Außerdem engagieren sich die Bioanbieter wesentlich stärker für Umwelt und Soziales als Hersteller herkömmlicher Produkte. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest in der Juni-Ausgabe ihrer Zeitschrift test, für die sie eine Bilanz aus insgesamt 85 Lebensmitteltests der letzten acht Jahre gezogen hat, bei denen auch Bioprodukte geprüft worden waren.
Damit bestätigt die Test-Meinung die seit geraumer Zeit feststellbare Stimmung unter aufmerksamen Verbrauchern: Formale Bioqualität allein genügt nicht. Bei teurer Bioqualität ist man doppelt enttäuscht, wenn sie nicht auch schmeckt.
So erhielten bei diesem Landzeittest Bioprodukte und konventionelle Produkte ziemlich parallel verteilt die Qualitätssiegel „sehr gut" bis „mangelhaft". Insgesamt war die Biokost im Schnitt 30 bis 50 Prozent teurer als die Konkurrenz.
Was die Schadstoffe betrifft, hatten biologisches Obst, Gemüse und Tee deutlich die Nase vorn: In drei von vier Produkten wurden seit 2002 keine Pestizide mehr gefunden. So sauber waren nur 16 Prozent der herkömmlichen Waren. In einigen Bereichen glänzte Bio eindeutig: Den Stempel „Gut" erhielten sechs von sieben getesteten Bio- Vollmilchsorten, aber nur knapp die Hälfte der herkömmlichen Frischmilch-Anbieter. Auch die Bio-Würzöle, mit denen beispielsweise Salate verfeinert werden, schnitten im Gegensatz zur Konkurrenz durchweg „gut" ab.
Doch nicht überall überzeugte Bio mit Qualität: So waren zwar die 13 getesteten Babymenüs allesamt keimfrei, enthielten aber nicht genug Vitamin C und Fett. Gleich sieben Rapsöl-Sorten fielen in der Wertung durch, weil sie vom Geschmack her „mangelhaft", also eher ungenießbar waren.
Auch wenn die Bilanz insgesamt ernüchternd ausfiel, deutete sich für die Warentester immerhin kaum Zweifel daran an, dass dort, wo Bio draufsteht, auch drin ist, was das Ökosiegel vorschreibt: In keinem Bioprodukt wurden chemische Pflanzenschutzmittel nachgewiesen. Laborprüfungen zufolge wurden die Kühe ökogerecht mit viel Gras gefüttert und das Räucherlachsfleisch nicht rosa nachgefärbt.
Mehr unter zu dem Test unter http://www.test.de/bioprodukte